Der Leiter des PhysikClubs erhält den Lehrerpreis der Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren

 ClubNews: Helmholtz - Lehrerpreis für PhysikClub - Leiter

Die Karl Heinz Beckurts - Stiftung vergibt den Lehrerpreis der Helmholtz    - Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren an Lehrerinnen und Lehrer, die sich durch hervorragende Leistungen in der naturwissenschaftlichen Ausbildung und in der Anregung von Schülerinnen und Schülern zu besonderen naturwissenschaftlichen Interessen verdient gemacht haben. Gerade in einer Zeit, in der sich viel zu wenig junge Menschen für ein Studium der Natur- und Ingenieurswissenschaften entscheiden, wollen die Helmholtz-Gemeinschaft und die Karl Heinz Beckurts - Stiftung damit die Bedeutung des naturwissenschaftlichen Unterrichts an den Schulen hervorheben und ein herausragendes Engagement anerkennen.

 

Die Preisübergabe an Lehrerinnen und Lehrer aus Deutschland, zu denen auch der Leiter des PhysikClubs, KP Haupt gehören wird,  ist am 7.12. unter der Schirmherrschaft von Staatsminister Dr. Goppel in München.

KP Haupt als naturwissenschaftlicher Lehrer des Jahres 2007 ausgezeichnet

 ClubNews: PhysikClub - Leiter erhält Klaus - von - Klitzing - Preis 2007

Klaus von Klitzing Preisträger

 

Von Nobelpreisträger Prof. Dr. Klaus von Klitzing erhielt der Leiter des PhysikClubs den von der Universität Oldenburg und der RWE Stiftung ausgelobten mit 15.000 € dotierten Klaus-von-Klitzing-Preis 2007.

 

13.11.2007 - (idw) Carl von Ossietzky-Universität Oldenburg

 

Oldenburg. Der Kasseler Mathematik- und Physiklehrer Klaus-Peter Haupt ist "Lehrer des Jahres für naturwissenschaftliche Fächer". Er erhält heute den mit 15.000 Euro dotierten Klaus-von-Klitzing-Preis, den die Universität Oldenburg und die EWE Stiftung in Kooperation zum dritten Mal vergeben. Der Namensgeber, Physik-Nobelpreisträger Prof. Dr. Klaus von Klitzing, überreicht um 17.00 Uhr die Auszeichnung vor rund 200 geladenen Gästen in der Aula des Alten Gymnasiums Oldenburg. Mit Klaus-Peter Haupt werde ein Lehrer ausgezeichnet, der mit nahezu unerschöpflicher Energie Jugendliche für Wissenschaft, Teamarbeit und selbstständiges, projektbezogenes Forschen zu begeistern versuche, so von Klitzing über den Preisträger. Der 54-jährige Haupt ist Lehrer an der Albert-Schweitzer-Schule in Kassel, Studiendirektor am Studienseminar für Gymnasien in Kassel sowie Gründer und Leiter des "PhysikClubs" der Kinder- und Jugendakademie Kassel.

 

Im "PhysikClub", der seit 2002 besteht, arbeiten derzeit 70 Schülerinnen und Schüler aus 17 nordhessischen Schulen in 26 physikalischen Projekten. Die individuelle Förderung durch eigenständige Lehr-Lernverfahren ist Haupts bevorzugte Arbeitsmethode: Die Schüler eignen sich selbstständig Wissen an, der Lehrer wird zum Lernberater und arbeitet auf gleicher Augenhöhe mit ihnen. Auch wenn Hochbegabte in Haupts "PhysikClub" besondere Unterstützung finden, geht es vor allem um Schüler, die ein besonderes Interesse und die Bereitschaft zum eigenständigen Arbeiten mitbringen. Von nationalen und internationalen Wettbewerben kehren "PhysikClub"-Schüler regelmäßig als Preisträger zurück. Haupt, der neben Physik und Mathematik auch Astrophysik und Philosophie unterrichtet, ist in der Lehreraus- und fortbildung tätig sowie Mitbegründer und Vorsitzender des Astronomischen Arbeitskreises Kassel e.V.. 2003 erhielt er den Ehrenbrief des Landes Hessen. In Zusammenarbeit mit der Universität Kassel, an der er einen Lehrauftrag hat, plant er derzeit die Gründung eines Schülerforschungszentrums.

 

Der Klaus-von-Klitzing-Preis trage dazu bei, die Leistungen von Lehrern zu würdigen und sie zu motivieren, sagte der Niedersächsische Minister für Wissenschaft und Kultur, Lutz Stratmann. Dies sei bei naturwissenschaftlichen Fächern besonders wichtig, da in Deutschland das Interesse bei mehr Schülern geweckt werden müsse. Viel zu wenig Abiturienten entschlössen sich, diese Fächer zu studieren. Dass die Universität Oldenburg die Initiative zu diesem Preis ergriffen habe, bestätige einmal mehr ihren hervorragenden Ruf auch als Lehrerausbildungsstätte.

 

Der Klaus-von-Klitzing-Preis geht auf eine Idee des Oldenburger Neurobiologen und Vizepräsidenten für Forschung, Prof. Dr. Reto Weiler, zurück. Er will damit die Bedeutung eines lebendigen naturwissenschaftlichen Unterrichts an deutschen Schulen unterstreichen. Nur so sei es möglich, erklärte Weiler auf der heutigen Pressekonferenz zur Preisverleihung, ein nachhaltiges Interesse an den Fächern Biologie, Chemie, Physik und Mathematik zu fördern, was für Wissenschaft und Gesellschaft gleichermaßen wichtig sei.

 

"Auf gut ausgebildete Naturwissenschaftler und Ingenieure kann nicht verzichtet werden, wenn Deutschland wettbewerbsfähig bleiben will", sagte Vorstandsmitglied Michael Wagener zum Engagement der EWE Stiftung. Mit dem Klaus-von-Klitzing-Preis wolle die Stiftung dazu beitragen, leistungsorientierten Nachwuchs für diesen Bereich zu entdecken und zu fördern. 

Die Universität Oldenburg und die EWE Stiftung kooperieren bei der Preisvergabe mit namhaften Förderern im Bildungsbereich: mit Jugend forscht, der Schülerolympiade des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) und der Karl Heinz Beckurts-Stiftung. Diese reichen Vorschläge ein, aus der die Jury des Klaus-von-Klitzing-Preises einen Lehrer oder eine Lehrerin auswählt. 

Der Jury gehören neben von Klitzing, Weiler und dem Vorstandsvorsitzenden der EWE Stiftung, Dr. Werner Brinker, die Oldenburger WissenschaftlerInnen Prof. Dr. Ilka Parchmann, Dr. Falk Rieß und Prof. Dr. Jürgen Parisi sowie Christina Stahlberg (Karl Heinz Beckurts-Stiftung) und der Gymnasiallehrer Rolf Ulses an. 

Klaus von Klitzing, der die ersten Jahre seiner Schulzeit in Oldenburg verbrachte, entdeckte 1980 den so genannten Quanten-Hall-Effekt und beeinflusste damit die moderne Halbleiterentwicklung und die Präzisionsmesstechnik. 1985 erhielt er dafür den Nobelpreis für Physik. Heute ist von Klitzing Direktor des Max-Planck-Instituts für Festkörperforschung in Stuttgart und u.a. Jury-Mitglied des Deutschen Zukunftspreises sowie des Innovationspreises der deutschen Wirtschaft. 2006 wurde ihm die Ehrendoktorwürde der Universität Oldenburg verliehen.

 

 

 

 

 

Dankesrede von KP Haupt:

 

Sehr geehrter Herr Prof. v. Klitzing, sehr geehrter Herr Minister Stratmann, lieber Jonas, lieber Heiko, meine sehr verehrten Damen und Herren.

 

Es ist für mich heute eine große Ehre diese Auszeichnung aus der Hand eines Nobelpreisträgers entgegen zu nehmen, aber auch die lobenden Worte von euch, Jonas und Heiko, zu hören.

 

Ich nehme diesen Preis sehr gerne entgegen, aber  dies tue ich stellvertretend für alle, die an unserem großen Erfolg beteiligt waren:

 

Das sind in erster Linie die vielen Schülerinnen und Schüler, die seit Jahren viele Stunden und manchmal viele Tage in der Woche mir mein Hobby ermöglichen…und spannende anspruchsvolle Experimente und Ideen entwickeln: Egoistisch gesagt: Ich habe durch sie so viele Erkenntnisse und Anregungen erhalten, so viele tolle Experimente erlebt, das  hätte ich allein nie schaffen wollen oder können.. Es ist für mich eine ganz große Freude, mit diesen jungen Menschen zusammenarbeiten zu dürfen.

 

Da sind aber auch die vielen Berater, Ehemalige, meist Studenten, Referendare und einige wenige Lehrer, die unsere Idee zu ihrer gemacht haben und begeistert die Umsetzung gestalten. Und wenn wir freitags oft um Mitternacht oder später aufhören, bin ich selten allein, oft sitzen viele Berater zusammen, diskutieren und können, wenn nötig, den Teams, die so lange arbeiten, Unterstützung geben.

 

Da sind aber auch die Kolleginnen und die Kollegen in Schulleitung,  Schulamt und Universität, die die Idee unserer Arbeit verstehen,  uns den Rücken frei halten und mit viel Einsatz geholfen haben, dass das große Schülerforschungszentrum vor der Umsetzung steht.

 

Ohne alle diese Menschen aus allen Bereichen und Altersstufen wäre der PhysikClub nichts und sie alle haben ihren Anteil an unserem gemeinsamen großen Erfolg!

 

Als ich vor fast 6 Jahren den PhysikClub gegründet habe, war mir nicht klar, dass daraus mal so etwas wie eine Lebensaufgabe oder ein Lebenswerk werden wird. Ich machte Werbung in den Klassen unserer Schule, obwohl damals schon das Angebot über die Kinder- und Jugendakademie für alle nordhessischen Schulen geöffnet war, und wurde ausgelacht... Als Leiter einer Film- AG, die mehrere Spielfilme gedreht hatte, war man sicher Verrücktes von mir gewohnt, jetzt aber ausgerechnet am Freitag Nachmittag eine Schulveranstaltung, und dann auch noch Physik…das sprengte wohl die Toleranz aller Klassen…

 

Mike und Heiko überredeten mich 2003 zur Betreuung ihrer JuFo Arbeit, die aus einem unserer Projekte entstehen sollte. Skeptisch (ich wollte Physik machen und keinen Wettbewerb) willigte ich ein, sie wurden Landessieger und erhielten einen Sonderpreis auf Bundesebene…und ich wurde zu einem JuFo Fan, denn wenn sich ein Team entschließt ihre Arbeit bei Jugend forscht  einzureichen, dann gewinnen alle Teammitglieder einen unbezahlbaren Schatz an Erfahrung, Anregung und Rückmeldung, die ihr berufliches Leben im positiven Sinn sehr verändern wird.

 

Inzwischen haben wir viele JuFo Teams, viel Erfolg…aber jeder Jugendliche, der bei uns mit machen will, kann dies tun…die Teilnahme an Wettbewerben  wird unterstützt, steht aber nicht im primären Fokus unserer Arbeit. Oft kommen unsere Teilnehmer als 13 oder 14-jährige zu uns, lernen eigenständige Arbeit und nähern sich auf selbstbestimmte Weise der Physik und anderen Naturwissenschaften an. Es ist faszinierend, wie aus einem eher forschenden, spielerisch Lernen ein intensives Arbeiten an einem mehrjährigen echten Forschungsprojekt wird.

 

Mich hat in den letzten Jahren auch bewegt, dass Privatpersonen, Firmen und Stiftungen uns mit Geld und Material versorgen, kein Projekt musste bisher aus finanziellen Gründen reduziert oder gar abgeblasen werden.  Uns so wird das Preisgeld des Klaus von Klitzing Preises auch unsere weitere Arbeit ermöglichen und lange Zeit unterstützen.

 

Von Anfang an war mir klar, dass der PhysikClub kein zusätzlicher Physikunterricht sein darf. Das vormittägliche fremdbestimmte Zappen durch Themen und Inhalte aller Fächer, das Abnehmen der Verantwortung für die Gestaltung des eigenen Lernprozesses und eine von Fachsystematik und Lehrerdenken bestimmte Vorgehensweise…all das hat bisher und wird auch nie eine Rolle im PhysikClub spielen.

 

Die Themenbereiche werden gemeinsam mit den Teams abgesteckt, die Fragen und Probleme erkennen und formulieren die Teams, eigentlich im Sinne von Wagenschein, selbst. Das notwendige Wissen konstruieren sich die Schülerinnen und Schüler nach ihren eigenen Vorgehensweisen, jedes Team legt die Schwierigkeit ihrer Fragen und Lösungsstrategien selbst fest. Und alle lernen viel und nachhaltig und entwickeln wichtige Kompetenzen!

 

Natürlich sind wir auch, sofern es überhaupt bei den anspruchsvollen Aufgaben noch geht, Fachberater. Aber in erster Linie beraten wir bei Strategien, Motivationsproblemen und der Entwicklung nichtfachlicher Kompetenzen. Viele Medien vermitteln einen eher oberflächlichen Zugang zu Naturwissenschaften, tieferes Verständnis ist oft nicht nur unmöglich sondern letztlich unerwünscht.  Ständig wechselnde Eindrücke, spotartige Hinweise auf Erkenntnisse, nur nicht viel hinterfragen, nur keine Zeit lassen…so präsentiert sich unsere Gesellschaft oft den Heranwachsenden, besonders wenn es um naturwissenschaftliches und technisches Verständnis geht..  Im Studium der Naturwissenschaften und im späteren Beruf zählen aber andere Dinge. Wo sonst, außer im PhysikClub oder anderen Schülerforschungszentren, können Jugendliche über Jahre hinweg sich an einem Thema messen, Selbstkompetenz entwickeln und Durchhaltevermögen und Ausdauer als etwas Positives erleben.

 

Solche Erfahrungen auf dem Gebiet der Naturwissenschaften machen zu können, das ist wohl einer  der  Aufgaben im PhysikClub. Hochbegabten eine Möglichkeiten zu geben, Arbeitstechniken zu entwickeln und Grenzen zu überschreiten und es allen Interessierten  zu ermöglichen, ihre Begabungen aus zu schärfen und zu erweitern, kommt da natürlich noch als wichtige Breitenwirkung unserer Arbeit hinzu.

 

Ein Stück weit haben wir uns eine Schule erschaffen, von der viele nur träumen, Lehrer und Schüler als gleichberechtigte Partner, auf gleicher Augenhöhe, gemeinsam lernend und ihren Horizont erweiternd… ich weiß aus eigener Erfahrung, dass so etwas auch im Schulalltag geht und möglich ist.

 

Vielleicht gelingt es uns durch unsere Arbeit  zu zeigen, wie Schule einmal möglich sein könnte, wenn Schülerinnen und Schüler als Partner der Lehrer,  angeleitet, aber eigenverantwortlich ihr Wissen und ihre Fähigkeiten aufbauen und erweitern.

 

Dank der tollen Menschen, die im PhysikClub sind und mitarbeiten konnte ich diesen Traum real werden lassen. Ich danke allen dafür.

 

Tolle Eindrücke und viel neues Wissen über Navigation

 

Bei nahezu idealen Wetterbedingungen segelten wir von Rostock durch den Nord-Ostsee-Kanal nach Cuxhaven. In den AGs wurde die magnetische Missweisung bestimmt, der Kurs mit Sextanten kontrolliert, die komplizierte Theorie der GPS-Funktion erarbeitet, ein Modell eines Magnusantriebes gebaut, sich mit den Gruppenstrukturen von Knoten und Zöpfen auseinander gesetzt und das Swing-By Manöver und die Hohmannbahnen von Raumsonden untersucht. Wie immer: Anspruchsvolle Themen, die  eigenständig erarbeitet wurden und dann in einer gegenseitigen Präsentation allen Teilnehmern vorgestellt wurden.

 

Zum Abschluss wurde noch der Fallturm in Bremen besichtigt.

 

Nebenher waren wir für das Segeln, Kochen und Reinigen des Bootes verantwortlich.

 

Ein kurzer Ablaufbericht: Hier klicken

 

Die Aufgaben der AGs: Hier klicken!

 

Und am Fr, 28.9. gibt es um 18.30 Uhr den "Workshop-Film"!

 

 

 

Der PhysikClub erhält den mit 30.000€ dotierten 2. Platz

 

 

NaT Working Preis 2007

2. Platz unter 52 Projekten für den PhysikClub, dotiert mit 30.000 €

Dieser Preis ist durch die gemeinsame Arbeit aller Schülerinnen und Schüler und aller Betreuer in den letzten Jahren möglich geworden.  

 

Aus der Pressemitteilung der Stiftung:

 

Die Robert Bosch Stiftung schreibt den NaT-Working-Preis 2007 für herausragende Kooperationsprojekte von Forschungseinrichtungen und Schulen aus. Die Ausschreibung richtet sich an gemeinsame Aktivitäten von Forschungseinrichtungen und Schulen, die Schüler für Naturwissenschaften und Technik begeistern und besonderes Augenmerk auf die Vermittlung von wissenschaftlichen Vorgehensweisen legen. Es sollen wegweisende Projekte an der Schnittstelle von Schule und Forschung identifiziert, bekannt gemacht und in ihrer Weiterentwicklung unterstützt werden. 

 

Worauf achtete die Jury?

Wie werden aus Schülern eigenständig denkende, neugierige junge Menschen? Ist das Projektkonzept nachhaltig? Was bleibt, wenn der private Geldfluss nach einigen Jahren versiegt? Welche Rolle spielen die Lehrer? Für einen Preis in Frage kamen Initiativen, die die Jury überzeugen konnten, dass sie

 

*Schüler für die Wissenschaft begeistern und authentisch Forschung vermitteln, d.h. Schüler können in den Projekten eigene Fragen formulieren und Experimente selbständig entwerfen, modifizieren, ihre Hypothesen überprüfen und eigene Lösungswege finden. Sie lernen hierbei die Prinzipien der Forschung kennen und treffen persönlich auf in der Forschung aktive Wissenschaftler;

 

*auf einem guten Weg sind, Strukturen zu schaffen, die ihr langfristiges Bestehen sichern und die Projekte in den jeweiligen Institutionen organisatorisch verankern und ihre Finanzierung mittel- bis langfristig sichern. Die Projektpartner kommunizieren auf gleicher Augenhöhe. Durch die Initiative haben sich anhaltende Partnerschaften zwischen den Schulen und Forschungseinrichtungen gebildet;

 

*Maßnahmen zur Sicherung und Steigerung der Qualität planen oder bereits durchführen, d.h. die Initiativen prüfen kritisch in regelmäßigen Abständen, ob sie ihre Ziele erreichen und suchen nach Verbesserungsmöglichkeiten. Rückmeldungen der Schüler, Lehrer und Wissenschaftler werden dokumentiert und ernst genommen. Positive Wirkungen auf das Interesse der Schüler und auf den Schulunterricht können mit qualitativen und/oder quantitativen Daten belegt werden;

 

*im Erfahrungsaustausch mit ähnlichen Initiativen stehen, d.h. Projektvertreter vernetzen sich, nehmen an einschlägigen Tagungen zum Erfahrungsaustausch teil und machen ihr Wissen und ihren Erfahrungsschatz durch Internet, Publikationen und Vorträge anderen zugänglich.

 

   Laudatio der Jury:

Im PhysikClub können Schüler unterschiedlichen Alters eigenständig und kreativ arbeiten und dabei echte Forschung auf hohem wissenschaftlichem Niveau betreiben.  Die bearbeiteten Themen sind ausgesprochen herausfordernd. Gleichzeitig geben vorgegebene klare Regeln den Schülern dort Sicherheit und Struktur, wo sie benötigt werden. Die Zahl der Interessenten und beteiligten Schüler steigt stetig. Dies spiegelt die Attraktivität des PhysikClubs, den nachhaltigen und nachdrücklichen Einsatz  der Beteiligten sowie eine vorbildliche Öffentlichkeitsarbeit wieder.... Das Projekt hat bereits einen hervorragenden Weg zur Verstetigung eingeschlagen: In den kommenden Jahren wid sich der PhysikClub zum interdisziplinären Schülerforschungszentrum ScienceClub weiterentwickeln. In dieser Weiterentwicklung kann er anderen Initiativen als leuchtendes Vorbild dienen.

27.06.2007- 23.07.2007 in West Virginia, USA

von Felix Kreyer und Rico Janusch

Am 27.06.2007 landeten wir auf dem Yaeger Airport in Charleston, West Virginia. Dort wurden

wir auch schon am Gepäckband von einigen der Staph-Member des National Youth Science Camp

[NYSC] empfangen und begrüßt. Nach den ersten Formalitäten, wie das Vergeben der Nametags

wurden wir auch schon von unseren Gastfamilien für die erste Nacht in West Virginia abgeholt. In

diesem Moment erreichte uns auch schon die erste Überraschung. Wir hatten verschiedene

Gasteltern. Dies war für uns jedoch kein Problem.

Nach der ersten Nacht in den USA wurden wir von den Hosts zum Chemiekonzern „DOW“

gebracht, wo wir an einer Führung durch die verschiedenen Forschungsstationen und Labors

teilnahmen. Auch hier wurden wir getrennt. Während der Führung in kleinen Gruppen, hatte man

das erste mal Kontakt mit mehreren der Delegates. Die Führung zeigte, was in einem großen

Chemieunternehmen wie DOW alles geschieht und was es heißt dort zu arbeiten. Nach der

Exkursion durch DOW hieß es alle Delegates das erste mal zusammen zu sehen und sich dann in

Busse zu verteilen, die einen in das ca. drei Stunden entfernte Camp brachten.

„Ein ganz normaler Tag im NYSC“

Jeden Morgen um Punkt 7.30 Uhr wurden wir mit dem „Rhododendron Song“ geweckt, welchen

alle nach drei Tagen lauthals mitsingen konnten. Nach dieser wunderbaren Methode geweckt zu

werden, hatte man ca. eine dreiviertel Stunde um sich für den Tag vorzubereiten. Um 9.15 Uhr

wurden wir dann mit einem weiterem Lied („Raising Arizona“) zur „Morning Show“ gerufen. Dort

stellten wir uns mit den anderen 106 Delegates und alle 32 Staph-Member in einem großen Kreis

auf dem „Green“ auf und lauschten einem täglich wechselndem, von Staph-Membern

aufgenommenem Radiobeitrag, der die lustigsten und skurrilsten Momente des Vortages noch

einmal aufgriff. Im Zuge der Morning Show wurde die Flagge der USA, sowie die eines US

Bundesstaates oder die eines internationalen Gastlandes gehisst, so auch die Deutsche Fahne von

uns.

Um 9.15 Uhr begann die erste Lecture des Tages, zu der renommierte Doktoren und Professoren

aus den US Universitäten oder aber auch Vertreter vom FBI eingeladen waren.

Nach dieser 1 1/2 stündigen Lecture gingen wir direkt in eine „Directed Study“ (Themenbezogener

Unterricht). In diesen war es möglich zum Beispiel Wasserqualität zu messen, den Rubik's Cube

lösen zu lernen, Hände zu sezieren, mit GPS Empfängern versteckte Sender zu orten oder auch

Codes zu schreiben und zu dechiffrieren. Des Weiteren bietete die Directet Study die Möglichkeit

zu Outdoor-Trips, welche Rock-Cimbing, Caving (Höhlentour in engen Höhlen) und Mountain

Biking beinhaltete.

Nachmittags nach dem Lunch gab es zwei Seminarblöcke, die man täglich frei wählen konnte. In

den Seminaren, die meistens von Staph-Membern geleitet wurden, konnte man jonglieren oder

Swingdance erlernen, sportlichen Aktivitäten nachgehen oder sich auch über die Geschichte des π

schlau machen, oder die Zeit nutzte um neue Freunde zu finden.

Um 18.00Uhr wurde zum Dinner gerufen, nach welchem nach Tradition des Camps ein „After

Dinner Entertainment“ stattfand, bei dem die Delegates ihre Talente im Singen, Musizieren,

Tanzen oder ähnlichem vorführen konnten. Danach ging es zur zweiten Lecture des Tages. Um

21.15Uhr gab es vor dem zu Bett gehen noch einen Snack.

Von 22.00Uhr bis 22.30Uhr war Zeit fürs Bad. Hiernach wurde das traditionelle „Cabin Meeting“

(Kabinentreffen) gehalten, in welchem verschiedenste Themen besprochen und manchmal wild

diskutiert wurden. Um Punkt 23.00Uhr hieß es „Lights Out“ und alle gingen in ihre „Bunks“

(Stockbetten) mit dem Lied „The Ashoken Farewell“ schlafen.

Special Events

Gleich am zweiten Tag, fuhren wir in den Twinkys (amerikanische Schulbusse) zu einer nahe

gelegen Höhle. Dort wurden wir von den Betreuern in einen großen Höhlensaal geführt. Dort

setzten wir uns alle auf bereitgelegte Planen und lauschten den Gitarrenklängen von Peter Mulvey .

Spannend ging es auch am dritten Tag weiter. Die Twinkys wurden erneut mit 108 Delegates

gefüllt und fuhren so zum National Radio Astronomy Observatory (NRAO), wo das größte

bewegliche Radioteleskop der Erde steht. Es ist höher als die Freiheitsstatue, hat einen Durchmesser

von ca. 140m und wiegt 160kt. Weiterhin ist es das größte und schwerste bewegbare Objekt auf

dem Land. Mit so genannten GBT (Green Bank Telescope) „horchen“ die dortigen Wissenschaftler

die Milchstraße nach Erdgleichen und eventuell existierenden extraterrestrischen Atomen.

Am 4. Juli, dem amerikanischen Unabhängigkeitstag (Independence Day), fuhren wir zu einem

geschichtsträchtigen Ort. Allagheny Hill, ein Schlachtfeld aus dem Bürgerkrieg von Amerika. Dort

sang der Chor, an dem wir auch teilnahmen. Auch das Orchester des Camps spielte auf Allagheny

Hill. Nach den beiden Darbietungen konnten alle Teilnehmer etwas dazu sagen, was dieser Tag für

sie bedeutet.

Gegen Ende unseres Aufenthaltes in West Virginia fuhren wir in die amerikanische Hauptstadt

Washington DC. Als wir dort nach einer 5 stündigen Busfahrt in DC ankamen, bezogen wir mit

unseren Raumpartnern unsere Zimmer in einem Studentenwohnheim der George Washington

University. Nachdem wir uns unsere förmliche Kleidung angelegt hatten, fuhren wir zu den

National Academies, wo wir ein Expertengespräch etwas über die Werdegänge der einzelnen

Akademiker aus dem Weißen Haus erfuhren.

Danach machten wir eine Besichtigungstour zum Jefferson Memorial und hinterher zum Roosevelt

Memorial.

Am zweiten Tag in der Hauptstadt fuhren wir mit der Metro zur Mall, wo die Smithsonian

Museums stehen. Drei der zur Auswahl stehenden Museen konnten wir nun auf eigene Faust

erkunden.

Am selben Abend besichtigten wir das Washington Monument und das World War II Memorial,

spazierten am Reflection Pool vorbei zum Corean War Memorial. Von dort aus ging es zum

Vietnam Memorial und zum Lincoln Memorial.

Der erste Programmpunk am dritten und letzten Tag in Washingtion, war ein Besuch im Surpreme

Court. Der von allen erwartete Höhepunkt war das Senat Luncheon. Dort hielt uns der

Administrator der NASA einen Vortrag über die geplante Mondstation. Weiterhin trafen wir den

Deutschen Botschafter, sowie den Präsidenten der National Youth Science Foundation und Senator

Robert C. Byrd. Mr. Byrd ist mit seinen mittlerweile 90 Jahren der älteste Senator der USA. Nach

diesem für uns sehr bedeutsamen Essen fuhren wir wieder die fünf Stunden zurück ins Camp.

Cass Railroad ist eine altertümliche Dampflockanlage, die zu Zeiten des Goldrausches in den USA

als Transportmittel diente. Heutzutage wird sie jedoch ausschließlich für touristische Zwecke

verwandt. Mit diesem alten Zug fuhren wir ein Stück in den Wald hinein zu einem großen

Picknickplatz, wo wir ein Picknick hielten und uns mit Football, Frisbee und Sonnenbaden die Zeit

vertrieben.

Die Wanderungen.

Es gab neben den normalen Tagen im Camp noch die sogenannten „Overnighters“ (Wanderung mit

Übernachtung). Bei diesen Wanderungen, wurde man mit der Nahrung für gut 1,5 Tage

ausgestattet, sowie den Zelten für die Nacht. Dann wurde man mit den Twinkies raus in den Wald

gefahren, nur mit seinen Rucksäcken, Kompass und Karte bewaffnet am Drop Point ausgesetzt.

Nun war die Gruppe auf sich allein gestellt. Man musste bis zu einer vorher vereinbarten Zeit am

Pick up Point eintreffen um wieder aufgesammelt zu werden.

The great Outdoors

Die Outdoor Aktivitäten konnten als Directed Study Block gewählt werden und gingen somit über 3

Tage.

Am ersten Tag sind wir zu einer Höhle gefahren die wir 3 Stunden lang in der Gruppe selber

erkundet haben. Diese Höhle war sehr schlammig und natürlich, wie für Höhlen üblich, dunkel..

Nur unsere Kopflampen spendeten ein wenig Licht. Diese Höhle zu erkunden war eine gute

Erfahrung.

Am zweiten Tag waren wir klettern wir haben zu Beginn kurz gelernt wie man seinen

Kletterpartner richtig sichert und dazu noch 2 Knoten um sich sicher am Seil zu befestigen. Dann

sind wir auf 3 verschieden Routen die ca. 20 m hohe Felswand hoch geklettert, oder haben es

zumindest versucht. Dabei haben wir unserem Partner, der einen beim Klettern gesichert hat, 100%

vertrauen müssen. Auch beim Abseilen liegt man ganz in der Hand des Kletterpartners.

Mit Mountainbikes auf dem Anhänger des Pick up´s sind wir am dritten Tag zu unserem

Absetzpunkt gefahren und von dort aus mit den Rädern leicht bergauf gefahren. Am höchsten Punkt

der Tour haben wir unser mitgebrachtes Mittagessen genossen. Danach ging es ein wenig bergab

zunächst noch auf befestigen Feldwegen. Anschließend sind wir in einen leicht zugewachsenen

Reitweg gefahren. Auf diesem Weg war die Strecke nur durch die wenigen Reifenspuren von den

voraus fahrenden zu erkennen. Inzwischen war der Regen, welcher kurz vorher einsetzte, sehr stark

geworden. Die nun folgende, teilweise rasante, bergab Fahrt wurde gelegentlich unterbrochen da

man sein Rad über Baumstämme, die auf dem Weg lagen, heben musste. Das letzte Stück der

Strecke war nun ein Schotterweg neben einem Fluss. Bei einer kurzen Rast am Fluss haben wir ein

wenig im eiskalten Fluss gebadet und somit unsere Kleidung ein wenig vom Matsch befreit. Der

Regenschauer war nun auch vorbei. Weiter am Fluss kamen wir zu einer Brücke an der wir uns der

„bridge challenge“ stellten . Sie bestand darin, an einem Stahlträger unter der Brücke bis zur

anderen Seite und zurück zu hangeln. Dieses mal bestand niemand diese Aufgabe, da die Brücke

vom Regen noch zu nass war und somit landeten wieder alle im kühlen Nass.

Am Sammelpunkt angekommen haben wir dann die Rückfahrt mit dem Pick up wieder angetreten.