Ein neues Fenster in den Kosmos

Es wird Herbst am Himmel

Blickt man Mitte Oktober gegen 21.00 Uhr nach Süden, so leuchtet noch sehr hell der Gasplanet Jupiter, der Ringplanet Saturn neben ihm ist deutlich schwächer. In der Monatsmitte zieht der zunehmende Mond an den beiden Planeten vorbei.

Im Osten sieht man die aufsteigenden Herbststernbilder. Prägend ist das Sternbild Cassiopeia, dessen fünf hellen Sterne den Buchstaben W bilden. Links unterhalb steht der Perseus, einem auf dem Kopf stehenden Y gleichend. Auffallend ist auch das große „Herbstviereck“, das den Körper des geflügelten Pferdes Pegasus bildet. Zwischen Pegasus und Perseus zieht sich die Sternenkette des Andromeda, über deren mittleren Stern man in dunklen und klaren Nächten das Zentrum der Andromedagalaxie mit bloßem Auge erkennen kann.

Weiter können wir ohne Hilfsmittel nicht sehen, diese Galaxie ist 2,6 Millionen Lichtjahre entfernt. Sie besteht wie unsere Galaxis aus vielen Hundert Milliarden Sternen, Planeten, Gas- und Staubwolken.

Ansammlungen von Galaxien, sogenannte Galaxienhaufen, sind die Bausteine des Kosmos. Sie bilden ein gigantisches Netzwerk, das den Raum durchzieht.

Aber was ist Raum an sich?

Albert Einstein untersuchte vor 110 Jahren die Bedeutung von Raum und Zeit. Dabei erkannte er, dass der Raum mehr ist als einfach ein „Behälter“ für Galaxien. Er muss innere Strukturen besitzen, durch die Schwerkraft entsteht und durch die er verformt werden kann. Anschaulich hat es Einstein so formuliert: Materie  sagt dem Raum wie er sich krümmen muss und der gekrümmte Raum sagt der Materie wie sie sich in ihm bewegen muss.

Raum ist mehr als ein Behälter

Nach Einstein kann Raum auch zum Zittern und Schwingen gebracht werden, sogenannte Schwerkraft- oder Gravitationswellen übertragen  Raumverzerrungen in den Kosmos hinein.

Aber um Raum zum Zittern zu bringen, braucht es der gewaltigen Energie eines Zusammenstoßes Schwarzer Löcher oder gar der Entstehung des Universums beim Urknall.

Am 14.9.2015 wurden die ersten Gravitationswellen zweifelsfrei nachgewiesen. Zwei Schwarze Löcher sind in einer fernen Galaxie miteinander verschmolzen und haben Raum und Zeit erschüttert. Vor vier Jahren, im Oktober 2017, gab es dafür den Nobelpreis in Physik.

Die hochempfindlichen, viele Kilometer großen Gravitationswellendetektoren können Raumverzerrungen nachweisen, die einem Promille eines Protonenradius entsprechen. Inzwischen sind 50 Verschmelzungen Schwarzer Löcher beobachtet worden. Im August 2017 konnte sogar erstmals die Verschmelzung zweier Neutronensterne registriert werden. Damals wurden nicht nur Gravitationswellen aufgefangen, sondern auch Gamma- und Röntgenstrahlen sowie sichtbares Licht. Deswegen wissen wir, dass unsere schweren Elemente, wie zum Beispiel Gold, bei der Verschmelzung solcher Sterne aus Neutronen gebildet werden.

In den nächsten Jahren plant man, die Gravitationswellen vom Urknall nachzuweisen: Wir können dann beobachten, wie sich der Kosmos bei seiner Entstehung geformt hat.

Anblick des Sternenhimmels Richtung Osten Mitte Oktober gegen 21.00 Uhr

Sternkarte: B. Holstein, AAK

Planeten im Oktober:

Merkur: taucht Ende Oktober vor Sonnenaufgang als Morgenstern im Osten auf

Venus: ist immer noch schwer sichtbarer (Horizontnähe) Abendstern im SW

Mars: Steht zu dicht bei der Sonne

Jupiter: prägt den S und SW des Abendhimmels

Saturn: steht rechts von Jupiter

Aktuelle tägliche Informationen über den Sternenhimmel im Oktober:

unter www.astronomiekassel.blogspot.com

Öffnung der Sternwarte auf dem SFN:

Vorerst jeden Freitag nur online um 20.00 Uhr mit einem Kurzvortrag zu einem aktuellen Thema und anschließender Sternenführung mit Blick durch die Fernrohre: www.sfn-kassel.de/live

Unser Tag der Astronomie, komplett online durchgeführt, war sehr erfolgreich. Über 2000 Mal wurden die Veranstaltungsräume über unsere Homepage angeklickt!

Von 15 Uhr bis 22 Uhr gab es ein durchgängiges moderiertes Programm, bei dem auch viele Quizfragen gestellt und Buchpreise vergeben wurden.

Zur Eröffnung gab  es eine Filmpremiere, danach folgten im Wechsel Vorträge und Live-Führungen in der Sternwarte auf dem SFN.

Ausführlicher Bericht:

Astronomietag 21

Quiz mit Lösungen

Quiz

Ein  wunderbarer Abend mit viel Himmelserscheinungen...aber leider konnten wir den Tag der Astronomie 2020 nicht begehen.

Aber in unserem Blog haben viele Nordhessen ihren Beitrag vom eigenen Balkon aus geleistet:

Jeder für sich und alle gemeinsam!

Tag der Astronomie 2020 in Kassel

hier: https://astronomiekassel.blogspot.com

oder Link oben

Unter Beachtung aller Hygienevorschriften hat am Samstag eine Familie (Vater, Mutter, zwei Söhne (13,9)) die Sternwarte bei der ersten Führung nach dem Schließen wegen Corona besucht.
Leider zogen vorher Wolken auf, deshalb wurden  sie zuerst durch das SFN geführt. Danach zeigte Mark ihnen die Sternwarte und am Ende kam sogar der Mond durch die Wolken durch und sie konnten ihn beobachten.

In Zukunft sind samtags immer Führungen möglich, aber nur nach Voranmeldung und jeweils immer nur für maximal 4 Personen, die in einem Haushalt wohnen.

Hier noch einmal die Infos:

3 neue Zoom-Okulare werden an die drei Besuchergruppen ausgegeben und anschließend desinfiziert und für die mögliche nächste Führung in einer Woche in Quarantäne gelegt...

Also:

Nach Voranmeldung unter 01772486810 (spontan kann es schief gehen, wenn die Plätze vergeben sind) können gleichzeitig insgesamt dreimal jeweils bis zu 4 Personen gleichzeitig aus einem Haussstand vorbeikommen.

Es wird nach Läuten der Eingang Parkstr. geöffnet, gleich im SFN müssen Hände desinfiziert und Gesichtsmasken getragen werden (auch in der Sternwarte).
Bitte Namen und Anschrift hinterlassen.
Gerne kann man schon 5 Minuten vor dem Beginn der Beobachtungen kommen und alles vorher erledigen.

Das ist zwar umständlich...aber wir wollen uns und unsere Besucher/innen schützen.

Durch diese Maßnahmen und die Anschaffung von neuen Okularen eigens für diese Führungen sind wir wohl die erste Sternwarte in Deutschland, die ihre Pforten so wieder, wenn auch bedingt, öffnet.


Diese Führungen werden wir bei klarem Himmel jetzt immer unter den gleichen Bedingungen samstags ab 21.30 Uhr (so lange der Mond am Himmel steht, sonst erst ab 22.15 Uhr) anbieten.

Sa,   6.6.: 21.30 / 22.10 / 22.50
Sa, 13.6.: 22.15 / 22.45 / 23.15
Sa, 20.6.: 22.15 / 22.45 / 23.15
Sa, 27.6.: 21.30 / 22.10 / 22.50
Sa,   4.7.: 21.30 / 22.10 / 22.50

...aber leider zog kurz vorher der Himmel zu. Immerhin konnten wir live die Bilder vom SDO-Satelliten-Observatorium zeigen.

Ausführliche Infos, viele Bilder und Videos in unserem Astronomie-Blog

www.astronomiekassel.blogspot.com