Zwei Gasriesen in Opposition zur Sonne

Unübersehbar steht Jupiter zurzeit als hellstes Objekt am Himmel. Am 14. Juli steht er der Sonne genau gegenüber, d.h. er geht bei Sonnenuntergang auf und ist die ganze Nacht im Sternbild Schütze zu beobachten. Leider steht er der Sonne gegenüber, d.h. er steht in einer Höhe über dem Horizont wie die Sonne Mitte Januar.

Jupiter ist der größte Planet in unserem Sonnensystem (Durchmesser 143000 km oder 11 Erddurchmesser) und auch mit 318 Erdmassen der massereichste. Auch mit 63 Monden hält er einen Rekord. Die vier hellsten und größten Monde Io, Europa, Ganymed und Kallisto hat schon Galilei beobachtet, man kann sie sogar in einem Fernglas erkennen.

Ein Blick auf Wolken und Wirbelstürme

Wer Jupiter zum Beispiel in der Sternwarte auf dem SFN mit einem Fernrohr beobachtet, erkennt sofort die zahlreichen Wolkenbänder, die langgezogen parallel zum Äquator verlaufen, da sich Jupiter sehr schnell dreht: Ein Jupitertag dauert weniger als 10 Stunden. In den Wolken sieht man zahlreiche Wirbelstürme, der größte und bekannteste ist der „Große Rote Fleck“. Seit über 350 Jahren kann man ihn schon beobachten, er trotzt wegen seiner Größe (die Erde würde zweimal hinpassen) allen Klimaschwankungen auf Jupiter.

Der Riesenplanet besteht fast vollständig aus Gasen (etwa 90% Wasserstoff und knapp 10 % Helium), die mit zunehmender Tiefe flüssig und wegen des großen inneren Druckes in der Nähe des aus Eis und Gestein bestehenden Kernes sogar fest werden. Die Zusammensetzung Jupiters gleicht der des Sonnennebels, aus dem sich alle Planeten vor 4,5 Milliarden Jahren gebildet haben.

Im Zentrum hat er sich noch nicht richtig abgekühlt, vermutlich beträgt die Temperatur dort  einige 10000 Grad. Und noch schrumpft Jupiter durch die eigene Schwerkraft um jährlich etwa 3 cm. Die dabei freigesetzte Wärme strahlt er ab und senkt seine Temperatur langsam weiter.

Viele andere Sterne haben auch jupiterähnliche Planeten, da man solche Riesenplaneten gut auch in Sonnensystemen beobachten kann, die viele hundert Lichtjahre entfernt sind.

Der zweite Gasriese, Saturn, steht links von Jupiter. Er wird eine Woche später am 21.7. in Opposition zur Sonne stehen.

Saturn ist mit 120 000 km  Durchmesser fast zehnmal so groß wie unsere Erde. Er umkreist die Sonne weit außen in einem Abstand von 1,4 Milliarden km. Wie alle Planeten leuchtet Saturn nur im Licht der Sonne, Sterne dagegen senden eigenes Licht aus. Das Licht der fernen Sonne aber kann Saturn kaum erwärmen, es bleibt nur eine Temperatur von – 140° C.

Der „Herr der Ringe“ kann schwimmen

Saturn besteht wie Jupiter hauptsächlich aus Wasserstoff und Helium. Vermutlich besitzt er nur einen kleinen festen oder flüssigen Kern, denn seine Dichte ist geringer als die von Wasser: Er ist der einzige Planet unseres Sonnensystems, der in Wasser nicht untergehen würde.

Besonders auffällig ist sein riesiges Ringsystem, das man mit einem Durchmesser von 280 000 km schon in einem Fernglas gut erkennen kann.  Die Ringe bestehen aus Milliarden kleiner Geröll-, Staub- und Eisbrocken, die alle Saturn in vielen einzelnen Streifen umkreisen: Aus der Nähe betrachtet sehen die Saturnringe wie die Rillen einer Langspielplatte aus: Über 100000 durch Lücken voneinander abgegrenzte Einzelringe gibt es! Die mit Eis überzogenen Teile erscheinen hell, die reinen Staubringe dunkel.

Enceladus und Europa: Leben unter dem Eis?

Die beiden Monde Europa des Jupiters und Enceladus von Saturn haben etwas gemeinsam: Unter einer dicken Eisschicht verbirgt sich ein durch Gezeiten aufgeheizter warmer Ozean.

Nicht ausgeschlossen ist, dass es unter dem Eis der beiden Monde in den warmen Meeren Leben gibt.

Übrigens: Am 20.12. stehen die beiden Planeten sich so nahe am Himmel, dass sie fast wie ein heller Stern aussehen!

Sternkarte für den 14.7., 23.00 Uhr Blick nach SO

Sternwarte auf dem SFN

Parkstr. 16, schon länger wieder geöffnet, allerdings ist eine Voranmeldung unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! notwendig. Vom 22.7. bis 25.7. können jeden Abend Termine vereinbart werden. Danach immer freitags.

Planeten im Juli:

Merkur: unsichtbar nahe der Sonne

Venus: Als Morgenstern ab 4.00 Uhr im NO

Mars: geht nach Mitternacht im Osten auf

Jupiter:  wandert während der Nacht von O nach W

Saturn:  wandert während der Nacht von O nach W

Komet Neowise: Ab sofort in der Morgendämmerung, später um Mitternacht

Aktuelle Infos:

Mehrmals täglich unter https://astronomiekassel.blogspot.com

Unter Beachtung aller Hygienevorschriften hat am Samstag eine Familie (Vater, Mutter, zwei Söhne (13,9)) die Sternwarte bei der ersten Führung nach dem Schließen wegen Corona besucht.
Leider zogen vorher Wolken auf, deshalb wurden  sie zuerst durch das SFN geführt. Danach zeigte Mark ihnen die Sternwarte und am Ende kam sogar der Mond durch die Wolken durch und sie konnten ihn beobachten.

In Zukunft sind samtags immer Führungen möglich, aber nur nach Voranmeldung und jeweils immer nur für maximal 4 Personen, die in einem Haushalt wohnen.

Hier noch einmal die Infos:

3 neue Zoom-Okulare werden an die drei Besuchergruppen ausgegeben und anschließend desinfiziert und für die mögliche nächste Führung in einer Woche in Quarantäne gelegt...

Also:

Nach Voranmeldung unter 01772486810 (spontan kann es schief gehen, wenn die Plätze vergeben sind) können gleichzeitig insgesamt dreimal jeweils bis zu 4 Personen gleichzeitig aus einem Haussstand vorbeikommen.

Es wird nach Läuten der Eingang Parkstr. geöffnet, gleich im SFN müssen Hände desinfiziert und Gesichtsmasken getragen werden (auch in der Sternwarte).
Bitte Namen und Anschrift hinterlassen.
Gerne kann man schon 5 Minuten vor dem Beginn der Beobachtungen kommen und alles vorher erledigen.

Das ist zwar umständlich...aber wir wollen uns und unsere Besucher/innen schützen.

Durch diese Maßnahmen und die Anschaffung von neuen Okularen eigens für diese Führungen sind wir wohl die erste Sternwarte in Deutschland, die ihre Pforten so wieder, wenn auch bedingt, öffnet.


Diese Führungen werden wir bei klarem Himmel jetzt immer unter den gleichen Bedingungen samstags ab 21.30 Uhr (so lange der Mond am Himmel steht, sonst erst ab 22.15 Uhr) anbieten.

Sa,   6.6.: 21.30 / 22.10 / 22.50
Sa, 13.6.: 22.15 / 22.45 / 23.15
Sa, 20.6.: 22.15 / 22.45 / 23.15
Sa, 27.6.: 21.30 / 22.10 / 22.50
Sa,   4.7.: 21.30 / 22.10 / 22.50

...aber leider zog kurz vorher der Himmel zu. Immerhin konnten wir live die Bilder vom SDO-Satelliten-Observatorium zeigen.

Ausführliche Infos, viele Bilder und Videos in unserem Astronomie-Blog

www.astronomiekassel.blogspot.com

Ein  wunderbarer Abend mit viel Himmelserscheinungen...aber leider konnten wir den Tag der Astronomie 2020 nicht begehen.

Aber in unserem Blog haben viele Nordhessen ihren Beitrag vom eigenen Balkon aus geleistet:

Jeder für sich und alle gemeinsam!

Tag der Astronomie 2020 in Kassel

hier: https://astronomiekassel.blogspot.com

oder Link oben

Wir (Bernd Holstein, Felix Kreyer, KP Haupt)  haben auf der Sternwarte auf dem SFN alles gut geplant und vorbereitet. Zwei Fernrohre waren noch in der Dämmerung auf Deneb ausgerichtet, ein großes Fernglas auf Stativ ebenfalls. An diesen Instrumenten konnten drei SFNler live den Vorbeiflug sehen. Für die anderen Besucher standen zahlreiche Ferngläser zur Verfügung.
Das C14 war mit Canon D5 ebenfalls auf Deneb ausgerichtet, ISO so eingestellt, dass Deneb gut aber nicht sonderlich hell zu sehen war (damit die ISS nicht überbelichtet ist). Der Vorbeiflug sollte mit 50 Frames pro Sekunde gefilmt werden.

  KP fotografierte mit Weitwinkel die Spur von der Dachterrasse aus, Bernd bediente die Fernrohre und Felix  startete die Kamera.

Die ISS kam pünktlich gegen 22.11 Uhr über dem Habichtswald und zog hoch über Kassel und in der Tat, man merkte, dass die Sternwarte auf dem SFN 500 m nördlich der Zentrallinie steht, streifte ein Solarpanel gerade Deneb.....

Der Film wurde in Einzelbilder zerlegt. Drei sind hier zusammenkopiert. Die ISS ist im großen Fernrohr so schnell, dass eine Bewegungsunschärfe entsteht.

Niemand sonst in Deutschland konnte heute solche Aufnahmen  machen. Wir hatten Glück, es war uns gelungen!

Im Blog www.astronomiekassel.blogspot.com sieht man viele weitere Aufnahmen des Vorbeifluges der ISS, auch von anderen Standorten aus und natürlich die Bilderfolge und das Originalvideo!