Do, 2.10:

In der Nacht wurden 1000 kg Sternwartenausrüstung verladen, anschließend um 3.40 Uhr 45 Personen mit Gepäck.

Nach einer Pause und Stadtrundgang in Hallstatt am Hallstätter See kamen wir um 14.45 Uhr an der Talstation der Krippensteinseilbahn an.

In drei Gondeln brachten wir Sternwarte, Gepäck und Menschen zur Krippenstein Lodge, in der wir unsere Quartiere bezogen.

Der Workshop begann um 18.30 Uhr mit dem Abendessen.

Danach hielt Prof. Simon White (MPI Astrophysik) einen spannenden Vortrag über Strukturbildung im Kosmos, seinem Arbeitsgebiet.

Draußen herrschte dichter Nebel, der in Schneetreiben überging...eine gute Gelegenheit die optische Tiefe mit Hilfe eines Beamerstrahls zu untersuchen.

Erschöpft nach fast 24 hektischen Stunden ging es dann ins Bett. 

Fr, 3.10.:

 

Heute hat es den ganzen Tag geschneit. Viel Zeit für die AGs, die alle gut anliefen.

Nach dem Mittagessen gab es drei Stunden Gelegenheit das tief verschneite Gebirge zu erkunden. Die meisten waren am Bau eines Iglus beteiligt.

Am Nachmittag begann die zweite AG - Sitzung des Tages mit einem Kurzvortrag von Ilian über spannende Erkenntnisse über die körperliche Belastung beim Auf- und Abstieg im Gebirge.

Nach dem Abendessen begann das "Space Tower" - Spiel: Es ist aus wenig Papier nach strengen vorgegebenen Regeln ein möglichst hoher Turm zu bauen, an dessen Spitze ein schweres Pendel hängt, das mindestens sechs Perioden lang schwingen muss, ohne dass der Turm umfällt oder zusammenkracht. Eine sehr anspruchsvolle Aufgabe, die ein gut zusammenarbeitendes Team erfordert. Ein anstrengendes aber lustiger Abschluß nach einem schneereichen Tag mit immerhin 5 Zeitstunden AG - Arbeit.

Sa, 4.10.:

Am Vormittág fanden die dritten Sitzungen der AGs statt. Viele AGs hatten ihre Theorieaufträge bearbeitet...das Wetter für praktische Arbeit fehlte aber...während des Nachmittags kam aber vereinzelt die Sonne durch und viele genossen 20 cm Neuschnee..., der Iglu wurde fertig gebaut.

Die AG - Sitzungen am Nachmittag bearbeiteten Praxisprobleme, wenn auch teilweise mit Fernrohren im Gastraum der Hütte: Justierungen, Verfahren zur Bestimmung des Auflösevermögens wurden entwickelt und getestet (von der Wellenlänge abhängige Messungen werden am nächsten Morgen durchgeführt), statt der Blaufärbung des Himmels wurde die Blaufärbung schmaler Mini-Schächte im Schnee untersucht und über Resonanzschwingungen und Oberschwingungen von Wassermolekülen gedeutet. Die Höhlengruppe bereitete eine Simulation einer Eishöhle vor, der erdbebensichere Turm wuchs und die Galaxiengruppe entwickelte ein Verfahren zur Dickebestimmung der galaktischen Scheibe.

Am Abend gab es großes Kino in zwei Vorführräumen: Contact  und 2001, während die Iglubewohner dn Abend in ihrem neuen Zuhause verbrachten.

Ein Workshop in unerwarteter Winterlandschaft, Schnee in Mengen, die wir seit Jahren in Kassel nicht mehr gewohnt sind...vielleicht kommen wir Morgen noch in den Genuß eines klaren Himmels...

Jedenfalls könnte es heute Nacht aufklaren und wir werden um 5.00 Uhr aufstehen und den Morgenhimmel mit Sonnenaufgang beobachten!

So, 5.10.:

Um 4.30 Uhr sind wir aufgestanden und hatten einen fantastischen Anblick der Wintersternbilder über der weißen Schneelandschaft. Ein kräftiges Zodiakallicht stieg über dem Ostpunkt entlang der Ekliptik auf. Gleich nach dem Sonnenaufgang wartete dann das Frühstück auf uns.
Gleich danach wurden die Sonnenteleskope aufgebaut, die Sonne in H-Alpha, im Weißlicht und im Calziumlicht beobachtet.

Bis 16.00 Uhr war nach dem Mittagessen wandern, relaxen oder auch Sonnenbeobachtung angesagt. Die letzte Runde der AGs begann dann nach dem obligatorischen Gruppenfoto (wer weiß, ob morgen nach den Höhlenexpeditionen noch alle drauf sein können...) um 16.00 Uhr. Am Abend war es wieder halbwegs klar, mit drei großen Fernrohren wurden zahlreiche Objekte eingestellt und beobachtet.

Mo, 6.10: 

7.00 Uhr war Wecken, nach dem ausgiebigen Frühstück fuhren wir zur Mittelstation und erhielten unsere Ausrüstung für die Höhlentour: Schlaz (Plastikmantel...), Helm, Lampe und Gurt mit Seilsicherung.

20 Leute gingen auf die große Tour, 10 auf die kleine und 5 besuchten die Schauhöhlen (und verletzten sich teilweise....!). Nach einem kurzen Abschnitt durch den Schauhöhlenteil ging es abseits der befestigten Wege tief in die über 60 km lange Mammuthöhle. Wir kletterten Wände hoch, überquerten Schluchten, krochen durch Lehm und Schlamm und erreichten den Regenwurmschluf, durch den dann einige besonders Schlanke und Mutige hindurchkrochen. Mit Hilfe einer Kerze konnten wir uns auf einer Steinplatte "verewigen".

Durch besonders zähen Schlamm krochen wir zurück und wurden außerhalb der Höhle von einem Hochdruckreiniger empfangen, der uns von der Schlammschicht befreite.

Am Abend erwartete uns ein schöner Sonnenuntergang.

Nach dem Abendessen hielt Ilian einen Vortrag über "Eine Reise an den Rand des Universums", danach gab es einen Film von früheren Höhlentouren und das Werwolfspiel.

Di, 7.10.:

7.00 Uhr war wecken, während des Frühstücks verzog sich die nächtliche Regenfront. Das Sternwartenteam hatte schon am Abend vorher die Fernrohre abgebaut und verladen, so konnten alle am Abschlußplenum um 9.00 Uhr teilnehmen. Ab 10.00 Uhr wurde gepackt, aufgeräumt und dann ging es, unterbrochen durch mehrmaligen Stromausfall, ins Tal, wo wir gegen 11.30 Uhr die Heimfahrt antraten und um 21.30 Uhr dann in Kassel ankamen.