In der Sternwarte auf dem SFN haben trotz der nächtlichen Uhrzeit und der tiefen Temperaturen etwa 60 Personen die Finsternis beobachtet und mit einem gemeinsamen Frühstück abgeschlossen.
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Der Komet Wirtanen entfernt sich immer mehr von Erde und Sonne und wird noch unscheinbarer als er es eh schon war...

Mark Woskowski gelang es am Mittwochabend von der Sternwarte auf dem SFN mitten aus der Stadt heraus Wirtanen in einem extrem gut gelungenen Bild auf seinem Weg von uns fort festzuhalten.

Schon lange nicht mehr für das freie Auge zu sehen, ist Wirtanen nur noch für kurze Zeit ein Fernglasobjekt!

Wir sehen die den Kometenkern umgebende Gashülle (Koma), die immer noch deutlich größer als die Erde ist. Der eigentliche Kern ist nur wenige Kilometer groß und im Inneren der Koma verborgen. Eine nenneswerte Schweifentwicklung hatte dieser Komet nicht.

Kometen sind Ansammlungen aus Eis und Staub/Geröll und enthalten die mit organischen Substanzen angeriecherte Urmaterie des Planetensystems.

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Zum Bild:

Überlagerung von 30 Bildern je 4 Minuten, also 2 Stunden,  bei ISO 800 belichtet. Die Störung durch das Stadtlicht wurde mit einem CLS-Filter minimiert.

Zum Film:

Aus den 30 je vier Minuten belichteten Bildern hat Mark Woskowski einen Film zusammengestellt, der die Bewegung des Kometen vor dem Hintergrund der Sterne innerhalb von 2 Stunden zeigt.

Am Mo, 5.11. flog ab 6.13 Uhr die Internationale Raumstation ISS von Westen nach Osten hoch über Kassel hinweg. Wir haben voll auf die von der Sonne beschienenen Seite der ISS gesehen, sie war das hellste Objekt am Himmel!

Im Osten sahen wir die ISS nur noch von hinten und sie wurde immer lichtschwächer.

Genau dieser Moment ist um 6.18 Uhr auf dem oberen Bild festgehalten. Das Bild ist 13 Sekunden belichtet, dadurch kann man die ISS als schwächer werdende Leuchtspur erkennen.

Rechts neben ihr steht die schmale Mondsichel (1 Tag vor Neumond) mit dem im Erdlicht beleuchteten Rest der Mondscheibe.

Über den Häusern ist der Planet Venus zum ersten Mal in diesem Winter als Morgenstern aufgetaucht, über ihr steht deutlich lichtwächer der Stern Spica.

Venus wird sich in den nächsten Tagen immer mehr der Spica nähern und morgens den Anblick des Osthimmels prägen.

Das untere Bild zeigt Mond, Venus und Spica wenige Minuten später.

Durch Anklicken kann man die Bilder vergrößert sehen und alle angesprochenen Details erkennen.

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Alle Bilder vom Montagmorgen sind im Blog www.astronomiekassel.blogspot.com zu sehen.

Heute morgen klarte es kurz auf und Venus (oben rechts), der abnehmende Mond und Jupiter (unten über den Wolken) standen in der Morgendämmerung am Himmel.

Die Mondsichel war sehr schmal, nur 13% vom Mond waren beleuchtet. Im Fernglas (oder 1200 mm Tele mit Nachvergrößerung) konnte man gut erkennen, dass auch die Venus eine Phase zeigt. Wir hatten "Halbvenus".

Der Rest des Mondes leuchtet im Erdlicht. Aufnahmen am 2.1. gegen 7.15 Uhr.

Bild durch Anklicken vergrößern!

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Es wird Herbst

Astronomisch beginnt der Herbst, wenn am 23.9. die Sonne genau über dem Erdäquator steht, aber schon jetzt prägen die Herbststernbilder den östlichen Abendhimmel.

Nach Sonnenuntergang hat man noch eine gute Chance den hellen Gasriesen Jupiter  tief im Südwesten am Himmel zu sehen. Links davon, im Süden, strahlt der Mars, nicht ganz so hell wie im Juli, aber immer noch dominierend. Mit etwas Glück sieht man dann zwischen Mars und Jupiter den Ringplaneten Saturn.

Über Mars finden wir Atair, den hellsten Stern im Sternbild Adler und links oberhalb vom Adler steht der Schwan mit dem hellen Schwanzstern Deneb.

Diese hochstehenden Sternbilder gehören noch zu den Sommersternbildern. Weil es jetzt immer früher dunkler wird, können wir sie noch bis in den Winter hinein abends sehen.

Das wohl auffälligste Herbststernbild ist die Cassiopeia, deren hellste Sterne den Buchstaben „W“ bilden.

Unter der Cassiopeia steigt der Perseus nach oben. Dieses Sternbild erinnert an ein auf dem Kopf stehendes „Y“.

In einer sehr klaren Nacht, vielleicht vom Stadtrand aus, auf alle Fälle mit einem Fernglas, erkennt man ein unscheinbares Sternenwölkchen genau zwischen dem ersten W-Strich der Cassiopeia und dem oberen Teil des Perseus: Hier liegen zwei offenen Sternhaufen eng beieinander: h und Chi im Perseus.

Dies sind 7600 Lichtjahre entfernte etwa 70 Lichtjahre große Ansammlungen einiger hundert Sterne, die gemeinsam vor 6 Millionen Jahren (Chi, der rechte Haufen) und vor 11 Millionen Jahren (h) entstanden sind, sozusagen Kinderstuben von Sternen.

Am rechten unteren Ende des Perseus steht Algol, ein sog. Bedeckungsveränderlicher. Er wechselt alle 2,9 Tage für 10 Stunden seine Helligkeit, da er aus einem lichtschwächeren Stern besteht, der den helleren Hauptstern umkreist und manchmal abdunkelt. Am 13.9. ab 22.30 Uhr und am 16.9. ab 20.00 Uhr kann man sehen wie Algol von Stunde zu Stunde wieder heller wird.

Links unterhalb vom Perseus steht der 43 Lichtjahre entfernte Riesenstern Capella im Fuhrmann.

Von Algol wegführend nach rechts steht die Sternenkette der Andromeda, die in das große Herbstviereck übergeht, das zum Sternbild Pegasus gehört.

Über dem mittleren Stern der Andromedasternenkette sieht man bei sehr dunklem Himmel, auf alle Fälle wieder mit dem Fernglas, einen Lichtfleck:

Hier steht die Andromedagalaxie M31, ein aus über 300 Milliarden Sternen bestehendes Sternsystem.

Es ist über 2,5 Millionen Lichtjahre von uns entfernt.

Weiter kann man mit dem freien Auge nicht sehen.

  Planeten im September:

Merkur: ist nur am Monatsanfang am Morgenhimmel zu sehen

Venus: bis Monatsmitte unmittelbar nach Sonnenuntergang tief  im Südwesten

Mars: steht abends im Süden, hellstes Objekt am Himmel

Saturn:  dicht am Horizont, rechts von Mars

Jupiter: verschwindet schnell am Südwesthorizont

Astronomie-App:

Unter starsapp.sfn-kassel.de      kann man sich kostenfrei die HNA – App herunterladen, die mehr als  10-mal pro Woche aktuelle Informationen zum Sternenhimmel über Nordhessen aber auch zu neuen Forschungsergebnissen enthält.

Unter astronomiekassel.blogspot.com gibt es einen dazugehörenden Blog von Klaus-Peter Haupt

 

Sternkarte:

Sternkarte Mitte September, gegen 21.00 Uhr (credit: Bernd Holstein, AAK)